Für die Einordnung zählen vor allem diese Punkte:
- richtige Rechtseinheit festlegen
- alle Endenergieträger der letzten 3 Jahre erfassen
- Dreijahresdurchschnitt berechnen
- prüfen, ob > 2,5 GWh oder > 7,5 GWh erreicht sind
- Ergebnisse sauber dokumentieren
- Einsparmaßnahmen mit VALERI rechnen
- wirtschaftliche Maßnahmen in den Umsetzungsplan übernehmen
Wichtig: Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 €. Deshalb zählt nicht nur die Rechnung selbst, sondern auch eine prüfbare Dokumentation des Geltungsbereichs und der Bewertungsannahmen.
| Schwelle | Folge |
|---|---|
| unter 2,5 GWh | keine Pflicht nach § 9 EnEfG |
| über 2,5 GWh | VALERI-Bewertung, Umsetzungspläne, teils Abwärmemeldung |
| über 7,5 GWh | zusätzlich ISO 50001 oder EMAS sowie weitere Prüfpflichten |
Der Artikel zeigt damit in kurzer Form: erst Geltungsbereich prüfen, dann Maßnahmen nach VALERI bewerten, danach Ergebnisse für Nachweis, Priorisierung und Berichte nutzen.
So prüfen Sie den EnEfG-Geltungsbereich Schritt für Schritt

EnEfG-Geltungsbereich prüfen: Schritt-für-Schritt mit VALERI
Die relevante Rechtseinheit bestimmen und Verbrauchsdaten erfassen
Am Anfang steht die richtige Rechtseinheit. Das EnEfG gilt für Unternehmen, darunter Industrie, Rechenzentren und öffentliche Einrichtungen. Bei Konzernen und Organisationen mit mehreren Standorten hilft der vom BAFA veröffentlichte Entscheidungsbaum bei der Einordnung.
Entscheidend ist dabei die kleinste relevante Rechtseinheit. Genau diese Einheit legt fest, welche Pflichten später wirtschaftlich nach VALERI zu bewerten sind. Wird hier falsch abgegrenzt, passt die spätere Pflichtenzuordnung nicht mehr.
Steht die Rechtseinheit fest, folgt die Datengrundlage. Erfasst werden alle Endenergieträger der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre. Dazu zählen Strom, Gas, Öl, Wärme und sonstige Energieträger.
Die Schwellenwerte 2,5 GWh und 7,5 GWh anwenden
Im nächsten Schritt wird aus diesen Angaben der Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre berechnet. Dieser Wert ist der Dreh- und Angelpunkt für die Pflichten nach dem EnEfG.
| Durchschnittlicher Endenergieverbrauch (3 Jahre) | Hauptpflicht | VALERI-Bezug |
|---|---|---|
| > 7,5 GWh | EnMS (ISO 50001) oder UMS (EMAS) einführen | VALERI für Einsparmaßnahmen; zusätzlich EnMS nach ISO 50001 oder EMAS |
| > 2,5 GWh | Umsetzungspläne erstellen und veröffentlichen; Abwärme melden | VALERI für wirtschaftliche Maßnahmen; Umsetzungspläne und Abwärmemeldung |
| < 2,5 GWh | Keine spezifische Pflicht nach § 9 EnEfG | keine spezifische Pflicht nach § 9 EnEfG |
Auch bei einem Verbrauch unter 2,5 GWh sollten die Daten sauber dokumentiert werden. So bleibt die Einordnung bei einer BAFA-Prüfung nachvollziehbar. Für KMU kann im Bereich zwischen 2,5 und 7,5 GWh eine Ausnahme von der Pflicht zu Umsetzungsplänen gelten.
Ist der Geltungsbereich geklärt, geht es an die Zuordnung der Pflichten zu den VALERI-Inputs und -Outputs.
Die Geltungsbereichsentscheidung für Audits dokumentieren
Die Prüfung allein genügt nicht. Sie muss so festgehalten werden, dass sie in einem Audit standhält.
Mindestens enthalten sein sollten:
- die betrachtete Rechtseinheit
- die verwendeten Daten für die letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre
- das Ergebnis der Schwellenwertprüfung
Bei Mehrstandortorganisationen kommt mehr dazu. Dort sollte klar erkennbar sein, welche Standorte einbezogen wurden, wie hoch ihr jeweiliger Endenergieverbrauch ist und welcher Status beim Energie- oder Umweltmanagementsystem vorliegt.
Außerdem muss die Dokumentation bei Mehrstandortorganisationen belegen, dass das Energie- oder Umweltmanagementsystem mindestens 90 % des gesamten Energieverbrauchs abdeckt. Unterlagen zur Geltungsbereichsprüfung sollten mindestens drei Jahre aufbewahrt werden. Für Energieaudits nach EDL-G gilt eine Frist von vier Jahren.
Diese Unterlagen sind die Basis für die spätere Zuordnung der Pflichten zu VALERI. Welche dieser Pflichten lösen nun eine VALERI-Bewertung aus?
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EnEfG-Pflichten auf VALERI-Anforderungen abbilden
Welche EnEfG-Pflichten eine Wirtschaftlichkeitsbewertung erfordern
Nach der Prüfung des Geltungsbereichs stellt sich die nächste Frage: Welche EnEfG-Pflicht löst welche VALERI-Kennzahl aus?
Ab einem Energieverbrauch von 2,5 GWh verlangt das EnEfG, dass alle identifizierten Einsparmaßnahmen nach DIN EN 17463 bewertet werden. Maßnahmen, die wirtschaftlich sind, müssen in den Umsetzungsplan aufgenommen werden.
Ab 7,5 GWh kommt eine weitere Pflicht hinzu: ISO 50001 oder EMAS. In beiden Systemen gehört die systematische Bewertung von Effizienzmaßnahmen fest zum Vorgehen.
Welche VALERI-Eingaben und -Ergebnisse zu verwenden sind
Für die Bewertung braucht VALERI eine klare Datengrundlage. Dazu zählen der Referenzfall, die erwartete Einsparung in kWh, die Nutzungsdauer nach AfA-Tabellen, der Restwert der Anlage, Capex, Opex, Energiepreise, Preissteigerungen, Fördermittel und der Kalkulationszins.
Auf dieser Basis liefert VALERI mehrere Ergebnisse, die direkt für den EnEfG-Nachweis genutzt werden können: den Kapitalwert im Basisszenario sowie im Best- und Worst-Case, die dynamische Amortisationsdauer, eine Sensitivitätsanalyse und einen normkonformen Bewertungsbericht.
Vergleichstabelle: EnEfG-Anforderung und passender VALERI-Output
Die folgende Zuordnung zeigt, welcher EnEfG-Nachweis mit welchem VALERI-Output belegt wird.
| EnEfG-Anforderung | Passender VALERI-Output | Zweck |
|---|---|---|
| Nachweis der Wirtschaftlichkeit (§ 9) | Kapitalwert bei 50 % der Nutzungsdauer | Rechtliche Grundlage für die Umsetzungspflicht |
| Priorisierung von Maßnahmen | Kapitalwert des Vergleichsfalls | Reihenfolge bei der Budgetplanung |
| Risikobewertung | Szenarioanalyse (Best-/Worst-Case) | Transparenz bei schwankenden Energiepreisen |
| Identifikation kritischer Einflussfaktoren | Sensitivitätsanalyse | Zeigt, welche Parameter den Kapitalwert am stärksten beeinflussen |
| Audit- und Berichtsnachweis | Normkonformer VALERI-Bewertungsbericht | Revisionssichere Dokumentation |
| Grundlage für Umsetzungspläne | Vollständige Investitionsdokumentation (Capex, Opex, Einsparungen) | Entscheidungsbasis für die Veröffentlichungspflicht |
Im nächsten Schritt geht es um die konkrete Projektbewertung mit Referenzfall, Szenarien und Sensitivitäten.
Eine VALERI-Bewertung für Energieprojekte durchführen
Nachdem die EnEfG-Pflicht und der passende VALERI-Output feststehen, beginnt die eigentliche Projektbewertung.
Projektmodell und Referenzfall aufsetzen
Für alle Maßnahmen, die nach EnEfG und VALERI zu bewerten sind, folgt nach der Pflichtprüfung die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Zuerst wird die Systemgrenze festgelegt: Welche Anlage, welcher Prozess oder welches Gebäude steht im Fokus? Der Referenzfall beschreibt den Ist-Zustand und dient als Vergleichsbasis, also den aktuellen Energieverbrauch und den Zustand der bestehenden Anlage.
Danach werden Kosten und Nutzen der geplanten Maßnahme vollständig erfasst. Dazu zählen die Investitionsauszahlung, Planungs- und Installationskosten, erwartete Energieeinsparungen in kWh, veränderte Wartungskosten, der Restwert und mögliche Stillstände während der Umrüstung. Die Nutzungsdauer richtet sich nach den offiziellen AfA-Tabellen. Für EnEfG-Nachweise gilt dabei eine Obergrenze von 15 Jahren. Qualitative Effekte werden getrennt dokumentiert.
Auf dieser Grundlage werden die Investitionsdaten in VALERI bewertet.
Wirtschaftlichkeit, Szenarien und Sensitivitäten berechnen
Sobald die Daten vollständig vorliegen, werden Kapitalwert, Szenarien und Sensitivitäten berechnet. Im ersten Schritt wird der Kapitalwert im Basisszenario ermittelt. Danach folgen Best-Case und Worst-Case.
Die Sensitivitätsanalyse prüft einzelne Parameter mit hoher Unsicherheit getrennt voneinander. So wird sichtbar, welche Faktoren den größten Einfluss auf den Kapitalwert haben.
Ergebnisse für Priorisierung und Nachweise nutzen
Mehrere Maßnahmen werden nach Kapitalwert priorisiert. Wirtschaftliche Maßnahmen sind in den Umsetzungsplan aufzunehmen. Als wirtschaftlich gilt eine Maßnahme dann, wenn der Kapitalwert bis zur Mitte der Nutzungsdauer positiv ist.
Der Bewertungsbericht hält Annahmen, Cashflows, Szenarien und qualitative Effekte für Audit und Management fest.
Die Ergebnisse fließen danach in Reporting und Nachweisführung ein.
Den Prozess in Reporting und nächste Schritte integrieren
Nach der Bewertung folgen Dokumentation und ein fester Regelprozess. Unternehmen mit ISO 50001 oder EMAS verankern VALERI in ihren Maßnahmenplänen. Jede Maßnahme wird dabei vor der Priorisierung wirtschaftlich geprüft.
Der VALERI-Prozess schafft eine einheitliche Basis für Investitionsentscheidungen und Berichte. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn mehrere Maßnahmen nach demselben Muster bewertet werden sollen. Für standardisierte Berichte lässt sich der Ablauf webbasiert abbilden.
Für Unternehmen mit einem durchschnittlichen Endenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh ist eine revisionssichere Dokumentation vorgeschrieben. Deshalb lohnt sich eine jährliche Prüfung des Dreijahresdurchschnitts. So lassen sich Änderungen beim Schwellenwert früh erkennen und Pflichten rechtzeitig anpassen.
Valeri Online für standardisierte Berechnungen und Berichte nutzen

Valeri Online bildet alle VALERI-Phasen webbasiert ab: von der Projektanlage über Kapitalwert, Szenarien und Sensitivitäten bis zur automatischen Berichterstellung mit Textbausteinen – normkonform nach DIN EN 17463. Der fertige Bericht dokumentiert alle zuvor definierten VALERI-Ergebnisse standardisiert und prüfbereit unter valeri-online.de.
FAQs
Welche Rechtseinheit ist für das EnEfG maßgeblich?
Entscheidend ist der durchschnittliche Gesamtendenergieverbrauch eines Unternehmens in den letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahren. Erreicht das Unternehmen dabei einen bestimmten Schwellenwert, greifen die Pflichten – unabhängig von Größe oder Branche.
Ab mehr als 2,5 GWh pro Jahr müssen Umsetzungspläne für wirtschaftlich bewertete Energieeinsparmaßnahmen erstellt und veröffentlicht werden.
Ab mehr als 7,5 GWh pro Jahr kommt noch mehr dazu: Dann ist zusätzlich ein Energie- oder Umweltmanagementsystem Pflicht.
Welche Verbräuche zählen in den Dreijahresdurchschnitt ein?
Maßgeblich ist der durchschnittliche jährliche Endenergieverbrauch der letzten drei Kalenderjahre. Dabei zählen alle Energieverbräuche, die als Endenergie in das Unternehmen einfließen.
Valeri Online hilft dabei, diese Verbrauchsdaten systematisch zu erfassen und auszuwerten. So lässt sich prüfen, ob das EnEfG greift, und es können normgerechte Bewertungen nach DIN EN 17463 für Berichte und Nachweise erstellt werden.
Wann gilt eine Maßnahme nach VALERI als wirtschaftlich?
Im EnEfG-Kontext gilt eine Maßnahme nach der VALERI-Methode (DIN EN 17463) als wirtschaftlich, wenn sie innerhalb von maximal 50 % ihrer Nutzungsdauer einen positiven Kapitalwert erreicht. Als Obergrenze gilt dabei eine Nutzungsdauer von 15 Jahren.
Das geht deutlich weiter als eine reine Amortisationsrechnung. Neben finanziellen Aspekten fließen auch die technische Substanz, Nutzungsdauern und nicht monetäre Effekte in die Bewertung ein.