Für Leser heißt das im Kern:
- Projekt klar benennen: ID, Titel, Standort, Version, Freigabe, Rechtsbezug
- Grenzen festlegen: Welche Anlage, welcher Bereich, welcher Zeitraum
- Eingaben belegen: Capex, Opex, Energiepreise, Einsparung, WACC, Nutzungsdauer
- Rechnung offen zeigen: jährliche Cashflows, Formel, Zeitpunkte, Restwerte
- Unsicherheit abbilden: Basis-, Best- und Worst-Case plus Sensitivität
- Ergebnis klar machen: Kapitalwert, Amortisationszeit, CO₂-Effekt, Empfehlung
- Unterlagen anhängen: Quellen, Berechnungsblätter, Annahmen, Fotos, Freigaben
Wichtig sind auch die Prüfschwellen aus dem Rechtsrahmen. Im Artikel genannt werden unter anderem EnEfG mit 50 % der Nutzungsdauer, EnFG mit 60 %, BECV/SPK ab 2026 mit 90 % bei maximal 9 Jahren und EnSimiMaV mit 20 %. Damit wird der Bericht nicht nur rechnerisch, sondern auch formal auf den passenden Zweck ausgerichtet.
Kurz gesagt: Wer diese Vorlage nutzt, trennt Annahmen, Rechenweg und Ergebnis sauber voneinander. Das spart Rückfragen im Audit und macht die Investitionsentscheidung leichter.
Der Rest des Artikels ordnet diese Punkte in eine feste Berichtsstuktur ein und zeigt, was in jeden Abschnitt gehört.
1. Deckblatt und Projektidentifikation: Checkliste
Das Deckblatt gibt Prüfern und Entscheiden sofort die erste Orientierung. Es sollte so aufgebaut sein, dass sich der VALERI-Bericht klar zuordnen, sauber versionieren und sicher prüfen lässt.
Pflichtfelder auf dem Deckblatt
| Feldkategorie | Mindestangaben | Zweck |
|---|---|---|
| Projektidentifikation | Projekt-ID/Berichtsnummer, Projekttitel, Maßnahmenbezeichnung, Standort bzw. Organisationsbereich | Eindeutige Zuordnung |
| Normreferenz | Verweis auf DIN EN 17463 (VALERI), Maßnahmenart | Erkennbare Normkonformität |
| Dokumentenstatus | Versionsnummer, Status (Entwurf / geprüft / freigegeben), Freigabedatum (TT.MM.JJJJ) | Versionskontrolle |
| Verantwortlichkeiten | Dokumentverantwortliche/r, Autor, Prüfer, Freigeber | Nachvollziehbarer Audit-Trail |
| Rechtsrahmen | Relevanter Rechtsrahmen, z. B. EnEfG oder BECV | Einordnung der Bewertung |
| Planungszeitraum | Betrachtungszeitraum in Jahren | Einordnung der Bewertung |
Kurzdarstellung des Projekts
Direkt unter diesen Pflichtfeldern sollte eine kurze Projektbeschreibung stehen. Sie zeigt auf einen Blick, was investiert wird, wo die Maßnahme umgesetzt wird und für welchen Entscheidungszweck der Bericht erstellt wurde.
Dieser kurze Abschnitt ist mehr als nur Formalität. Er verbindet das Deckblatt mit den späteren Teilen des Berichts, etwa zu Projektgrenzen, Eingabedaten und Kapitalwert. So wird sofort klar, worauf sich die Bewertung bezieht.
Die Kurzfassung sollte außerdem den passenden Rechtsrahmen nennen und die wichtigsten Wirkungen knapp zusammenfassen. Hier gilt: wenige Sätze, klare Aussage, direkt auf die Entscheidung ausgerichtet.
Danach folgen die Projektgrenzen und die Eingabebasis.
Dokumentenkontrolltabelle
Für den internen Audit-Trail reicht meist eine kompakte Dokumentenkontrolle auf dem Deckblatt oder direkt danach:
| Version | Autor | Prüfer | Freigeber | Freigabedatum |
|---|---|---|---|---|
| 1.0 | [Name] | [Name] | [Name] | TT.MM.JJJJ |
| 1.1 | [Name] | [Name] | [Name] | TT.MM.JJJJ |
Die Versionshistorie zeigt, welcher Berichtsstand freigegeben wurde. Das ist später wichtig, wenn Datenbasis und Rechenweg geprüft werden.
sbb-itb-0702809
2. Projektgrenzen und Eingabebasis: Checkliste
Nach Deckblatt und Dokumentenkontrolle folgt die fachliche Abgrenzung der Bewertung. In diesem Schritt werden Systemgrenze, Zeitraum und Eingabedaten festgelegt.
Systemgrenze, Zeitraum und berücksichtigte Wirkungen
Die Systemgrenze bestimmt, welche Anlagenteile, Prozesse und Organisationsbereiche in die Bewertung eingehen. Der Betrachtungszeitraum braucht ebenfalls eine kurze Begründung.
Je nach Rechtsrahmen gelten andere Prüfschwellen. Das EnEfG nennt den positiven Kapitalwert nach 50 % der Nutzungsdauer. Für BECV/SPK gilt ab 2026 die 90-%-Schwelle bei maximal 9 Jahren.
In die Rechnung fließen alle monetarisierbaren Effekte ein. Dazu zählen zum Beispiel:
- Investitionskosten
- Energiekosten
- Wartungskosten
- Restwerte
Nicht monetarisierbare Effekte gehören ebenfalls in den Bericht, dann aber als kurze qualitative Beschreibung.
Eingabedaten: Quellen und Formatierung
Jede Eingabegröße braucht eine klar benannte Quelle. Das macht die Rechnung prüfbar und spart später oft Rückfragen.
| Datenkategorie | Typische Quellen |
|---|---|
| Investitionskosten (Capex) | Angebote, Auftragsbestätigungen, interne Kostenschätzungen |
| Betriebskosten (Opex) | Wartungsverträge, Erfahrungswerte, Herstellerangaben |
| Energiepreise (EUR/kWh) | Energielieferverträge, dokumentierte Preisannahmen |
| Energieeinsparung (kWh/a) | Zählerdaten, Messkampagnen, Simulationsergebnisse |
| Betriebsstunden | Produktionsplanung, Logbücher, Gebäudeleittechnik |
| Diskontierungssatz (WACC) | Eigen-/Fremdkapitalstruktur, interne Vorgabe |
Auch die Formatierung sollte durchgehend gleich sein. Beträge stehen im Format 1.250,00 EUR, Daten im Format TT.MM.JJJJ.
Belegqualität und Nachvollziehbarkeit
Jede wesentliche Eingangsgröße sollte einen Beleg haben. Schätzungen sind klar zu kennzeichnen und kurz zu begründen. Das klingt schlicht, ist aber oft der Punkt, an dem Berichte ins Stocken geraten.
Zusätzliche Unterlagen wie Fotos oder technische Dokumentation helfen Prüfern bei der Einordnung. Genau hier wird aus einer Zahl im Tabellenblatt ein sauber belegter Sachverhalt.
Valeri Online erlaubt den Foto-Upload in die Projektdokumentation und prüft Eingaben gegen die Normanforderungen.
Danach folgen Quantifizierung, Monetarisierung und Kapitalwertrechnung.
3. Quantifizierung, Monetarisierung und Rechenschritte
Wenn Systemgrenze und Eingabebasis stehen, folgt der nächste Schritt: die Umrechnung in monetäre Zahlungsströme und anschließend in den Kapitalwert.
Alle Nutzen und Lasten erfassen
Vor der Diskontierung müssen alle relevanten Zahlungswirkungen vollständig erfasst werden. DIN EN 17463 trennt dabei klar zwischen Nutzen und Lasten.
| Effektkategorie | Typischer Inhalt |
|---|---|
| Energieeinsparung | kWh/a × Energiepreis; Preissteigerung separat |
| Betriebskosten | Personal, Verbrauchsmittel, Versicherung |
| Wartung | Vergleich „mit Maßnahme" vs. Ausgangszustand |
| Ersatzinvestitionen und Entsorgungskosten | Zeitpunkt, Kosten der Altanlage |
| Restwerte | Restwert am Laufzeitende |
| Fördermittel und steuerliche Effekte | Fördersätze, steuerliche Abschreibung |
| Einmalige Kosten | Planung, Hardware, Installation, Inbetriebnahme |
Nicht monetarisierbare Effekte werden nur kurz qualitativ beschrieben.
Monetarisierungslogik und Zeitpunkte dokumentieren
Aus diesen Effekten entstehen die jährlichen Cashflows. Jeder monetarisierbare Effekt braucht eine saubere und prüfbare Umrechnung. Ein typisches Beispiel: eingesparte kWh/a multipliziert mit dem Energiepreis, ergänzt um eine Preissteigerungsrate für spätere Jahre.
Technische Degradation und einmalige Zahlungen, etwa Entsorgungskosten, werden getrennt von laufenden Jahreswerten erfasst. Genau das macht die zeitliche Zuordnung sauber und verhindert Rechenfehler.
Kapitalwertformel, Rechenschritte und Szenarien zeigen
Der Kapitalwert ergibt sich nach der Standardformel:
KW = Σ (Einzahlungen − Auszahlungen) / (1 + i)^t − Investition
Dabei steht i für den Kalkulationszinssatz, oft auf Basis des WACC, und t für das jeweilige Jahr. Die Formel muss genannt werden. Außerdem sollten die Zahlungsströme pro Jahr in einer Tabelle ausgewiesen sein. So lässt sich der Rechenweg ohne Umwege prüfen.
Danach zeigt der Bericht die Unsicherheit des Ergebnisses in drei Szenarien:
| Szenario | Energiepreissteigerung | Allgemeine Inflation | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Basisfall | Moderat, z. B. 3 % | Standard, z. B. 2 % | Basiswert |
| Optimistischer Fall | Hoch (höherer Einsparwert) | Niedrig | Maximalpotenzial |
| Pessimistischer Fall | Niedrig (geringerer Einsparwert) | Hoch | Risikoabschätzung |
Diese Szenarien machen sichtbar, wie stark sich Annahmen auf das Ergebnis auswirken. Ein kleiner Wechsel bei Energiepreissteigerung oder Inflation kann den Kapitalwert spürbar verschieben.
Die Ergebnisse fließen anschließend in den Berichtsentwurf. Valeri Online übernimmt Szenarien, Degradation und Diagramme in den Berichtsentwurf.
4. Ergebnisse, Diagramme, Freigaben und Anlagen
VALERI-Bericht: Prüfschwellen nach Rechtsrahmen im Überblick
Nach der Berechnung folgt die Darstellung der Ergebnisse in einer Form, die direkt für eine Entscheidung taugt.
Kapitalwert kompakt zusammenfassen
Der Ergebnisteil zeigt die Kennzahlen, auf die es ankommt. Entscheidungsträger und Prüfer brauchen auf einen Blick den Kapitalwert (KW), die dynamische Amortisationszeit in Jahren und das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsprüfung bezogen auf die Nutzungsdauer.
Dazu gehören auch die Resultate der drei Szenarien – Trend-Case, Best-Case und Worst-Case – sowie die eingesparten CO₂-Emissionen auf Basis der genutzten Energieträger und ihrer spezifischen Emissionsfaktoren. Effekte, die sich nicht in Euro ausdrücken lassen, werden als kurze qualitative Aussage ergänzt.
Der Handlungsvorschlag leitet sich direkt aus diesen Ergebnissen ab: Durchführung, Ablehnung oder Vertiefungsprüfung.
Für regulierte Vorhaben gelten diese Schwellenwerte:
| Regelwerk | Positiver KW nach % der Nutzungsdauer | Max. Betrachtungszeitraum |
|---|---|---|
| EnEfG | 50 % | 15 Jahre |
| EnFG | 60 % | 9 Jahre |
| BECV / SPK | 60 % (2023–2025) / 90 % (ab 2026) | 9 Jahre |
| EnSimiMaV | 20 % | 15 Jahre |
Quelle:
Diagramme und Anlagen für die Prüfung
Die folgenden Grafiken machen die in Abschnitt 3 berechneten Zahlungsströme für die Prüfung nachvollziehbar. Gefordert sind ein kumulierter Kapitalwertverlauf über die Laufzeit, ein jährliches Cashflow-Diagramm und ein Szenarienvergleich. Diese Grafiken ersetzen Tabellen nicht, sie machen die Zahlen aber leichter lesbar.
Zum Anlagenpaket gehören offene Berechnungsblätter mit sichtbaren Formeln, eine Quellenübersicht für alle Eingabedaten, ein Annahmenprotokoll mit Zinssatz, Preissteigerungsraten und Nutzungsdauer sowie – falls sinnvoll – Fotos der Anlage als Vorher-Nachher-Dokumentation.
Freigaben und Werkzeugunterstützung
Nach Ergebnissen und Anlagen folgt die formale Freigabe. Jeder prüffähige Bericht braucht ein Freigabefeld für Ersteller, Prüfer und Genehmiger sowie einen Versionsstatus. Bei gesetzlich geregelten Nachweisen – zum Beispiel nach EnEfG oder BECV – müssen zuständige Zertifizierer oder Energieauditoren den Bericht bestätigen.
Valeri Online erstellt daraus einen strukturierten DIN-A4-Bericht mit Diagrammen, Textbausteinen und Projektdokumentation.
Fazit: Die Mindeststruktur eines verlässlichen VALERI-Berichts
Ein VALERI-Bericht muss die Bewertung mit klaren Annahmen, sauberer Struktur und prüfbarer Herleitung festhalten. Für die Prüfung genügt am Ende oft ein kurzer Check dieser Pflichtbausteine.
Die Mindeststruktur umfasst acht feste Bestandteile:
| Berichtsteil | Mindestinhalt |
|---|---|
| 1. Projektidentifikation | Projektname, Maßnahme, Zeitraum |
| 2. Eingabedaten | Investition, Betriebskosten, Einsparung, Quellen |
| 3. Monetarisierung | Preis- und Degradationsannahmen, Steuern |
| 4. Kapitalwert-Berechnung | WACC, Formel, Zahlungsreihen |
| 5. Szenarien | Szenarien und Sensitivität |
| 6. Qualitative Effekte | CO₂-Reduktion, Rechtssicherheit |
| 7. Ergebnis | Kennzahlen, Empfehlung, Schwellenwertabgleich |
| 8. Anlagen | Tabellen, Fotos, Nachweise, Quellenverzeichnis |
In der Praxis hängen Prüfbarkeit und Akzeptanz oft an zwei Punkten: Zinssatz und Preisannahmen. Genau dort schauen Auditoren besonders genau hin. Vor allem die Herleitung des Zinssatzes sowie die Dokumentation der Preis- und Energiepreisannahmen sind im Audit kritisch.
Valeri Online unterstützt die Modellierung, Berechnung, Bewertung und Berichterstattung in einem durchgängigen Ablauf. Daraus entsteht ein strukturierter PDF-Bericht mit Diagrammen und Projektdokumentation. Das macht die Unterlagen fit für Freigabe und Prüfung.
FAQs
Wann ist ein VALERI-Bericht prüffähig?
Ein VALERI-Bericht ist prüffähig, wenn er die Anforderungen der DIN EN 17463 erfüllt und Investitionsentscheidungen samt ihrer Grundlagen klar, transparent und nachvollziehbar festhält.
Dafür sind vor allem fünf Schritte nötig:
- Identifikation der Investitionsoptionen
- Datenerhebung
- Kapitalwertberechnung
- Bewertung der Optionen
- normkonforme Dokumentation
Außerdem sollte der Bericht die wichtigsten Rahmendaten sauber darstellen. Dazu zählen der Projektname, die Projektbeschreibung, der Planungszeitraum samt Begründung sowie die zentralen Faktoren, Szenarien und Risiken.
Kurz gesagt: Der Bericht muss so aufgebaut sein, dass Dritte die Herleitung der Investitionsentscheidung ohne Lücken prüfen können.
Welche Annahmen muss ich besonders belegen?
Besonders sauber zu belegen sind die Annahmen und Rahmenbedingungen, die das Ergebnis stark beeinflussen. Dazu gehören vor allem die Projektgrunddaten, zum Beispiel der Planungszeitraum samt Begründung.
Genauso wichtig ist eine klare Dokumentation der Annahmen für die Szenarioanalyse. Das gilt vor allem für Energiepreissteigerungen und allgemeine Preissteigerungen. Diese Annahmen sollten für den wahrscheinlichsten Fall sowie für Best- und Worst-Case so festgehalten werden, dass sie gut nachvollziehbar sind.
Welcher Schwellenwert gilt für mein Regelwerk?
Der Schwellenwert richtet sich nach dem jeweils geltenden Regelwerk:
- BECV: positiver Kapitalwert nach 60 % der Nutzungsdauer in den Jahren 2023 bis 2025, ab 2026 nach 90 %; maximal 9 Jahre
- EnEfG: positiver Kapitalwert nach 50 % der Nutzungsdauer; maximal 15 Jahre
- EnSimiMaV: positiver Kapitalwert nach höchstens 20 % der Nutzungsdauer; maximal 15 Jahre
- EnFG/SPK: wie BECV