Eine Amortisationszahl allein reicht nicht. Für einen VALERI-Bericht braucht es drei Szenarien, den Wer einen Bericht für die Freigabe vorbereitet, sollte die Aussage sofort sichtbar machen: Welche Annahmen gelten? Wann wird der kumulierte abgezinste Cashflow null? Und wie groß ist die Spanne zwischen Base-, Best- und Worst-Case? Genau darauf kommt es an.
Kurz gesagt:
- Dynamische Amortisation = Zeitpunkt, an dem der abgezinste kumulierte Cashflow ≥ 0,00 € ist
- NPV/Kapitalwert bleibt die führende Kennzahl
- Drei Szenarien sind Pflicht: Base, Best, Worst
- 15 Jahre sind für das EnEfG die Obergrenze des Betrachtungszeitraums
- 50 % der Nutzungsdauer sind die Schwelle für den Nachweis der Wirtschaftlichkeit
- Der Bericht sollte aus Annahmen, Vergleich, Grafik und Kurztext bestehen
Damit wird aus vielen Einzeldaten ein Abschnitt, der sich in einer Entscheidungssitzung direkt lesen lässt.
Statt lange Rechenwege zu zeigen, sollte der Bericht die Kernaussage knapp liefern: welche Eingaben genutzt wurden, wie sich die Szenarien unterscheiden und ob die Maßnahme die EnEfG-Anforderung erfüllt. Zahlen, Diagramm und kurze Erläuterung reichen meist aus.
Was im Abschnitt stehen sollte:
- dokumentierte Eingaben mit Quellen
- getrennte Szenariorechnung
- Vergleich der Amortisationsdauer in Jahren und in % der Nutzungsdauer
- Kapitalwert am Laufzeitende
- markierter Nulldurchgang in der Cashflow-Grafik
- kurzer Entscheidungstext mit Treibern und Risiko
| Punkt | Was gezeigt werden sollte | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Annahmen | WACC, Opex, Preissteigerung, Degradation, Nutzungsdauer | Damit die Rechnung prüfbar bleibt |
| Szenarien | Base-, Best-, Worst-Case | Damit die Spanne sichtbar wird |
| Amortisation | Zeitpunkt des Nulldurchgangs | Damit der Rückfluss klar ist |
| Kapitalwert | NPV am Ende des Zeitraums | Damit die Wirtschaftlichkeit belegt ist |
| EnEfG-Prüfung | Positiver NPV innerhalb von 50 % der Nutzungsdauer | Damit der Nachweis direkt lesbar ist |
Unterm Strich sollte der Abschnitt nicht nur zeigen, ob sich eine Investition rechnet, sondern auch wann. Genau das macht die Darstellung für Freigabe, Prüfung und interne Abstimmung brauchbar.
VALERI-Bericht: Szenariovergleich Amortisation – Base, Best & Worst Case
Schritt 1: Szenario-Eingaben einheitlich vorbereiten
Bevor Ergebnisse im Bericht auftauchen, müssen alle Eingaben vollständig dokumentiert sein. Nur dann bleiben die Szenarien später nachvollziehbar und prüfbar. Genau das ist die Basis für die getrennte Berechnung von Base-Case, Best-Case und Worst-Case.
Basis-, Best- und Worst-Case-Annahmen festlegen
Für die drei Szenarien – Base-Case, Best-Case und Worst-Case – werden die Eingaben getrennt vorbereitet. Die Annahmen müssen zum Markt passen und technisch stimmig sein.
Typische Stellschrauben sind die Preissteigerungsrate für Energie, der Wartungsaufwand und die technische Degradationsrate der Anlage. Im Best-Case steigen die Energiepreise stärker, die Anlage liefert hohe Leistung und die Betriebskosten (Opex) bleiben niedrig. Im Worst-Case treten eher flache Energiepreise auf, die Leistung sinkt durch Degradation und ungeplante Reparaturen treiben den Opex nach oben. Der Base-Case liegt dazwischen. Er arbeitet mit den Annahmen, die auf Basis von Herstellerangaben und Marktdaten am wahrscheinlichsten sind.
Eingaben nachvollziehbar dokumentieren
Jede Eingabe sollte als Fakt, Schätzung oder allgemeiner Parameter markiert werden. Dazu gehört immer die Quelle. Das klingt erst einmal bürokratisch. In der Praxis spart es später aber viel Zeit, etwa bei Rückfragen, Freigaben oder einer Prüfung.
Die folgende Struktur trennt Eingaben, Quellen und Szenarioparameter sauber voneinander:
| Eingabe (normkonform) | Kategorie | Hinweis zur Dokumentation |
|---|---|---|
| Investitionskosten | Lasten | Aus Angebot, mit Datum |
| Wartungsaufwand / Opex | Lasten | Herstellerangabe oder Erfahrungswert |
| Energieeinsparungen | Nutzen | kWh/Jahr, Energieträger, Degradationsrate |
| Nutzungsdauer | Allgemeiner Parameter | AfA-Tabelle mit Quelle nennen |
| Kalkulationszinssatz (WACC) | Allgemeiner Parameter | Eigenkapital- und Fremdkapitalanteil dokumentieren |
| Preissteigerungsrate | Szenarioparameter | Quelle z. B. Energiemarktprognose |
| Degradationsrate | Szenarioparameter | Technisches Datenblatt oder Erfahrungswert |
| Fördermittel | Nutzen | Förderprogramm, Förderbetrag, Auszahlungszeitpunkt |
Mit dieser Grundlage lassen sich die jährlichen Cashflows im nächsten Schritt direkt berechnen.
Projektdaten mit Valeri Online strukturieren

Valeri Online erfasst die Eingaben normkonform und prüft sie auf Vollständigkeit. Investitionskosten, Wartungsaufwand, Energieeinsparungen, Fördermittel, Degradationsrate und Preissteigerungsraten werden direkt im Tool hinterlegt.
Das hat einen klaren Vorteil: Eingabefehler fallen auf, bevor sie in die Rechnung eingehen. So sind die Szenarien sauber vorbereitet.
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Schritt 2: Dynamische Amortisation für jedes Szenario berechnen
Sobald die Annahmen für alle Szenarien sauber hinterlegt sind, folgt die getrennte Berechnung der diskontierten Cashflows.
Jährliche Cashflows abgezinst kumulieren
Die Rechnung startet in Jahr 0 mit dem Investitionsabfluss. Ab Jahr 1 kommen die jährlichen Netto-Cashflows hinzu: Nutzen wie Energieeinsparungen und Fördermittel minus Lasten wie Wartungs- und Betriebskosten. Jeder dieser Jahreswerte wird mit dem Kalkulationszinssatz (WACC) auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst.
Danach werden die abgezinsten Werte Jahr für Jahr kumuliert. Der dynamische Amortisationszeitpunkt ist genau dort erreicht, wo die kumulierte abgezinste Summe zum ersten Mal ≥ 0 liegt. Damit lässt sich sauber ablesen, wie sich jedes Szenario auf die Amortisationsdauer auswirkt.
Base-, Best- und Worst-Case-Ergebnisse richtig lesen
Die Szenarien sind nur dann sauber vergleichbar, wenn ihre Struktur gleich bleibt. Ändern dürfen sich nur die Annahmen, etwa bei Preissteigerung und Opex.
In der Praxis liegt der Best-Case früher, der Worst-Case später oder sogar erst außerhalb der Nutzungsdauer. Passiert das im Worst-Case, ist das kein Fehler, sondern ein sauberes Ergebnis und gehört so in den Bericht.
Für die Freigabe zählt nicht nur der beste Wert. Ausschlaggebend ist die Spannweite der Ergebnisse. Genau diese Spannweite bildet die Basis für Tabelle, Diagramm und Kurztext im nächsten Schritt.
Berechnungen und Szenario-Ausgaben mit Valeri Online automatisieren

Valeri Online berechnet dynamische Amortisation, Kapitalwert und Szenariovergleiche automatisch auf Basis der hinterlegten Eingaben. Die Annahmen bleiben direkt mit den Ergebnissen verknüpft. Dadurch bleibt der Bericht nachvollziehbar und prüffähig.
Schritt 3: Ergebnisse mit Tabellen, Cashflow-Grafiken und Kurztexten darstellen
Nach der Berechnung werden die Resultate auf das Wesentliche verdichtet: Tabelle, Grafik und kurzer Text. So lässt sich die Aussage schneller prüfen und leichter entscheiden.
Kompakte Szenariovergleichstabelle erstellen
Die Tabelle stellt alle drei Szenarien direkt nebeneinander. Dadurch ist die Spannweite auf einen Blick sichtbar – für Entscheider genauso wie für Prüfer. Die Szenarien stehen in den Spalten, die Kennzahlen in den Zeilen. Genau das macht den horizontalen Vergleich so nützlich.
| Kennzahl | Base Case | Best Case | Worst Case |
|---|---|---|---|
| Dynamische Amortisation (Jahre) | z. B. 5,2 | z. B. 3,8 | z. B. 8,1 |
| Kapitalwert am Laufzeitende (€) | z. B. 42.300 € | z. B. 71.500 € | z. B. 9.800 € |
| Interner Zinsfuß – IZF (%) | z. B. 11 % | z. B. 17 % | z. B. 4 % |
| Amortisationsdauer (% der Nutzungsdauer) | z. B. 43 % | z. B. 32 % | z. B. 68 % |
Besonders wichtig ist die Zeile Amortisationsdauer in Prozent der Nutzungsdauer. Nach § 8 EnEfG gilt eine Maßnahme als wirtschaftlich, wenn innerhalb von 50 % der Nutzungsdauer ein positiver Kapitalwert entsteht, begrenzt auf eine maximale Nutzungsdauer von 15 Jahren. Diese Schwelle sollte direkt in der Tabelle stehen. Dann ist der Normnachweis sofort erkennbar, statt erst im Fließtext gesucht werden zu müssen.
Kumulierte Cashflow-Grafiken für den Amortisationspunkt nutzen
Die Tabelle zeigt die Zahlen. Die Grafik zeigt den Moment, an dem es darauf ankommt.
Das Liniendiagramm macht sichtbar, wann jedes Szenario die Nulllinie schneidet. Auf der x-Achse stehen die Jahre, auf der y-Achse der kumulierte abgezinste Cashflow in Euro. Jedes Szenario bekommt eine eigene, klar erkennbare Farbe. Sinnvoll ist dieselbe Farbzuordnung wie in der Tabelle. Das spart Rückfragen und macht die Darstellung ruhiger.
Der Nulldurchgang ist der Punkt, auf den viele Leser zuerst schauen. Er sollte daher klar markiert sein, zum Beispiel mit einer gestrichelten Hilfslinie auf der x-Achse. Wenn der Worst Case die Nulllinie erst spät oder innerhalb der Nutzungsdauer gar nicht erreicht, ist das kein Fehler in der Grafik. Es ist schlicht das Ergebnis – und genau so gehört es in den Bericht.
Valeri Online erzeugt diese Grafiken automatisch aus den hinterlegten Szenariodaten und gibt sie direkt druckfertig im Bericht aus – inklusive einheitlicher Beschriftung und normkonformer Darstellung.
Kurze, entscheidungsreife Textbausteine ergänzen
Zu jedem Szenario reicht meist ein kurzer Satz zu Amortisationspunkt, Treiber und Ergebnis. Das spart Platz und bringt die Aussage schnell auf den Punkt. Nicht-monetäre Effekte wie CO₂-Einsparungen sollten in einem eigenen Absatz stehen – sauber getrennt von den Amortisationszahlen.
Valeri Online ergänzt kurze Textbausteine zu Wirkung und Risiko, die direkt in den Bericht übernommen werden können. So entsteht eine Darstellung, die ohne zusätzliche Erläuterung entscheidungsfähig ist.
Fazit: Was ein szenariobasierter Amortisationsabschnitt enthalten muss
Nach der Berechnung und Darstellung muss der Bericht die Ergebnisse so verdichten, dass eine Freigabe ohne Zusatzanalyse möglich ist. Ein szenariobasierter Amortisationsabschnitt braucht dafür vier Bausteine: eine Annahmentabelle, eine Szenariovergleichstabelle, eine kumulierte Cashflow-Grafik und kurze Textbausteine.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wirtschaftlichkeitsnachweis und Rückflusszeit. Der NPV zeigt, ob eine Maßnahme wirtschaftlich ist. Die dynamische Amortisation zeigt, wann das eingesetzte Kapital zurückfließt. Genau diese Verbindung macht den Abschnitt für Entscheider so nützlich: Er zeigt nicht nur, ob sich eine Investition rechnet, sondern auch wann.
Die Normschwelle gehört im Bericht direkt neben die Kennzahlen. Für Deutschland heißt das: Die EnEfG-Schwelle muss direkt im Abschnitt stehen. Wirtschaftlich ist eine Maßnahme, wenn innerhalb von 50 % der Nutzungsdauer ein positiver Kapitalwert entsteht; dabei gelten maximal 15 Jahre.
Damit die Annahmen prüfbar bleiben, müssen WACC, Preissteigerungsraten und Nutzungsdauer offen dokumentiert und begründet sein. Dazu gehört auch eine bearbeitbare Excel-Datei mit sichtbaren Formeln. Kurze Textbausteine ergänzen die Zahlen um qualitative Punkte wie CO₂-Reduktion und Rechtssicherheit und leiten daraus einen klaren Handlungsvorschlag ab.
Valeri Online unterstützt die Berichtserstellung mit Szenarien, Berechnung, Charts, Textbausteinen und Excel-Export.
FAQs
Wann gilt eine Maßnahme nach EnEfG als wirtschaftlich?
Nach dem Energieeffizienzgesetz gilt eine Energieeffizienzmaßnahme als wirtschaftlich, wenn sie innerhalb von 50 % ihrer Nutzungsdauer einen positiven Kapitalwert erreicht. Für diese Prüfung darf jedoch höchstens eine Nutzungsdauer von 15 Jahren angesetzt werden.
Die Grundlage für die Bewertung bildet die DIN EN 17463 (VALERI). Sie ordnet die Prüfung von Kosten und Nutzen über den gesamten Lebenszyklus einer Maßnahme. Anders gesagt: Es geht nicht nur um die anfänglichen Ausgaben, sondern auch um die finanziellen Effekte über die Zeit.
Welche Annahmen sollten sich zwischen Base-, Best- und Worst-Case ändern?
Für eine aussagekräftige Szenarioanalyse nach DIN EN 17463 sollten vor allem Annahmen mit Unsicherheiten variiert werden. Dazu zählen zum Beispiel:
- Preisschwankungen
- Inflation und Preissteigerungen bei Energieträgern
- Leistungsrückgänge durch Degradation
- Nutzen und Lasten
So lassen sich die Auswirkungen auf Kapitalwert und Amortisation klar und transparent gegenüberstellen.
Was ist der Unterschied zwischen dynamischer Amortisation und Kapitalwert?
Der Kapitalwert zeigt die Summe aller über die gesamte Laufzeit abgezinsten Cashflows. Damit wird sichtbar, ob eine Investition am Ende einen finanziellen Überschuss liefert.
Die dynamische Amortisationszeit zeigt dagegen, nach welchem Zeitraum die Investition durch diskontierte Zahlungsströme zurückgeflossen ist. Kurz gesagt: Kapitalwert = Gesamtwert, dynamische Amortisation = Zeitpunkt des finanziellen Ausgleichs.